Im Juni letzten Jahres habe ich meinen Hauptrechner auf NixOS umgestellt. Die Idee klang verlockend: reproduzierbare Systeme, alles deklarativ, Rollbacks mit einem Befehl. Ein Jahr später ziehe ich Bilanz.
Die Rollback-Fähigkeit ist das Killer-Feature. Etwas zerschossen? Einfach im Bootloader die vorherige Generation wählen. Das hat mir mindestens zwei Neuinstallationen erspart.
nixos-rebuild switch --rollback
nix-env --list-generations
Die Lernkurve ist brutal. Nicht wegen Nix selbst — die Sprache ist okay — sondern wegen der Dokumentation. Man stößt ständig auf Anleitungen, die entweder veraltet sind oder für einen anderen Kontext gedacht waren.
Besonders schmerzhaft: Pakete, die nicht in nixpkgs sind. Wenn man Pech hat, muss man selbst ein Derivation schreiben, und das ist kein Vergnügen.
Auf dem Server läuft weiterhin NixOS — dort spielt es seine Stärken voll aus. Der Desktop ist wieder auf Debian zurück. Nicht weil NixOS schlecht wäre, sondern weil ich für den Alltag etwas weniger Zeremonielles wollte.
NixOS ist großartig, wenn man bereit ist, sich wirklich darauf einzulassen. Als Zweitsystem oder auf Servern: uneingeschränkte Empfehlung. Als Daily Driver für Ungeduldige: eher nicht.